WAS IST EIN ARÄOMETER
Aräometer (engl. Hydrometer oder Areometer) sind Präzisionsinstrumente zur Bestimmung der Dichte von Flüssigkeiten oder der Konzentration gelöster Stoffe, die nach dem Archimedischen Prinzip funktionieren. Die Dichteangabe erfolgt häufig in g/cm³ (g/ml), kg/m³ oder auch in °Baumé.
Die Konzentration wird in Volumenprozenten (Vol.%) oder Massenprozenten (Gew.%) angegeben.
Die Fehlertoleranz der mit "eichfähig" gekennzeichneten Aräometern liegt innerhalb der Eichfehlergrenzen und beträgt in der Regel ± 1 Teilstrich. Das archimedische Prinzip (Archimedes principle): Ein Körper verliert beim Eintauchen in eine Flüssigkeit soviel an Gewichtskraft, wie die von ihm verdrängte Flüssigkeitsmenge wiegt. bzw. Ein Körper verliert in einer Flüssigkeit soviel an Gewicht, wie die Flüssigkeitsmenge wiegt, die er durch sein Volumen verdrängt. In Anlehnung an das archimedische Prinzip wurde von Galilei ein Thermometer entwickelt, das Galileithermometer.
Wie funktioniert ein Aräometer?
Erklärung zum archimedische Prinzip
Sicherlich kennen Sie selbst einige Phänomene, die mit dem sogenannten "Auftrieb" zu tun haben. Im Schwimmbad können Sie sich leicht über Wasser halten. Ein Stein ist unter Wasser "leichter" als über Wasser, und ein Korken steigt unter Wasser eigentlich sofort zur Wasseroberfläche auf.
Das liegt daran, dass ein von Wasser umgebener Körper einen Auftrieb erfährt. Der griechische Naturforscher Archimedes (287-212 v. Chr.) entdeckte, dass ein in eine Flüssigkeit eintauchender Körper scheinbar soviel von seiner Gewichtskraft verliert, wie die von ihm verdrängte Flüssigkeitsmenge wiegt (Archimedisches Prinzip). Dieser scheinbare Gewichtsverlust wird als Auftrieb bezeichnet. Wenn Sie also versuchen, einen 4 kg schweren Stein, der ein Volumen von 2 Litern hat, unter Wasser aufzuheben, fällt Ihnen das genauso schwer, wie über Wasser einen Stein von 2 kg zu heben. Der Körper unter Wasser verdrängt ja genau 2 Liter Wasser, wodurch er einen Auftrieb erhält, der 2 Kilogramm entspricht. (1 Liter Wasser wiegt etwa ein Kilogramm).
Wie ist aber das Vorhandensein des Auftriebs zu erklären? In jeder Flüssigkeit herrscht ein hydrostatischer Druck, der mit der Höhe der stehenden Flüssigkeitssäule zunimmt; bei Wasser ist dies etwa 0,1 bar pro Meter. Für einen Korken (den wir uns mal schwebend im Aquarium vorstellen) bedeutet dies, dass sich der hydrostatische Druck, der von den Seiten wirkt, aufhebt. In der Abbildung ist das durch die jeweils gleich langen Pfeile rechts und links vom Korken symbolisiert.
Ober- und unterhalb des Korkens ist der Druck aber nicht gleich, da er ja mit der Tiefe zunimmt. Auf die untere Korkenfläche wirkt also ein größerer Druck als auf die obere. Insgesamt ergibt sich also eine nach oben gerichtete Kraft. Ist diese nun stärker als die Gewichtskraft des Körpers, steigt der Körper nach oben. Das setzt natürlich voraus, dass sowohl auf der Ober- wie auch auf der Unterseite der hydrostatische Druck wirken kann. Und genau das ist bei unserem Experiment nicht der Fall: Die extrem glatte Oberfläche des Korkens "verschließt" die Unterseite des Korkens: Kein Wasser kann dort hin, so dass auch kein hydrostatischer Druck nach oben wirken kann. Der Korken erfährt deshalb zunächst keinen Auftrieb. Durch Kapillarkräfte kann aber mit der Zeit Wasser in den Korken gelangen, so dass dieser dann aufsteigt.
Die Dichte von Flüssigkeit
Die Dichte ist auf die Volumeneinheit bezogenes Gewicht (Masse) eines Stoffes
--> der Quotient aus Masse und Volumen : d = m/V
Durch die thermische Volumenausdehnung ist die Dichte temperaturabhängig. Die Dichte einer Flüssigkeit kann durch Wiegen oder durch Auftriebsverfahren (Aräometer) bestimmt werden. Die Anomalie des Wasser, das die größte Dichte bei 4ºC hat, sichert den Fischen im Winter das Überleben.
Flüssigkeit unter Einfluß von Schwerkraft
In einer ruhenden Flüssigkeit können nur Druckkräfte (Normalspannungen), niemals Schubspannungen (Tangentialspannungen) wirken. In jedem Punkt einer ruhenden Flüssigkeit ist der Druck nach allen Richtungen gleich groß. Auf Flüssigkeiten können die Schwerkraft, Trägheitskräfte (Zentrifuge) oder mechanische Kräfte (Zylinder-Kolben) wirken. Der hydrostatische Druck p in einer Tiefe h ist gleich dem Gewicht der darüber liegenden Flüssigkeitssäule dividiert durch die Querschnittsfläche der Säule. Zufolge der Schwerkraft nimmt der hydrostatische Druck mit der Tiefe zu : p = d·h·g.
Das Archimedische Prinzip besagt, dass ein Körper in einer Flüssigkeit soviel an Gewicht verliert, wie die Flüssigkeitsmenge wiegt, die er durch sein Volumen verdrängt. Auf einen Körper in einer Flüssigkeit wirken sein Gewicht und der entgegengesetzt gerichtete Auftrieb.
Schwimmen : Auftrieb > Körpergewicht
Sinken : Auftrieb < Körpergewicht
Schweben : Auftrieb = Körpergewicht
Wie man mit dem Aräometer misst
Die zu prüfende Flüssigkeit wird in einen durchsichtigen Standzylinder entsprechender Größe eingefüllt und auf die angegebene Bezugstemperatur des Aräometers temperiert. Unmittelbar vor der Messung wird die Flüssigkeit mit einem Glasstab gut durchgerührt um Dichte- und Temperatschichtungen zu beseitigen und die Flüssigkeit soll von nach oben steigenden Luftbläschen frei sein. Um mit einem Aräometer genau messen zu können, ist es wichtig, darauf zu achten, dass der die Skala umschließende Stengel einwandfrei sauber und die Flüssigkeits-Oberflächen nicht verunreinigt sind. Dann kann sich der am Stengel anlegende Wulst vollkommen gleichmäßig bilden. Das gereinigte Aräometer darf nur oberhalb der Skala angefasst werden. Beim Eintauchen in die Flüssigkeit darf das Aräometer nicht mehr als 5 mm oberhalb der Ablesestelle benetzt werden, da durch anhaftende Flüssigkeit der Messwert sonst verfälscht würde. Es ist darauf zu achten, dass der Meniskus gleichmäßig ausgebildet ist und sich bei den Auf- und Abwärtsbewegungen des Stengels in Gestalt und Höhe nicht ändert. Ist dies nicht der Fall, so ist das Aräometer sorgfältig zu reinigen.
Hat das Aräometer die Gleichgewichtslage eingenommen und schwimmt frei und es ist ein ausreichender Abstand zwischen Aräometer und Messglas einzuhalten, wodurch eine Adhäsion bzw. Berührung vermieden werden.
Nach erfolgter Ruhigstellung des Aräometers kann die Ablesung erfolgen.
Die Dichte (bzw. die entsprechende Einheit z.B. Baumé) wird bei durchsichtigen Flüssigkeiten "unten" abgelesen. Für vollkommen undurchsichtige Flüssigkeiten werden auf Anfrage die Aräometer für Ablesung "oben" justiert. Sie tragen dann die Aufschrift "Ablesung oben" (siehe unten).
Unmittelbar nach dem Ablesen wird die Temperatur der Flüssigkeit überprüft. Die maximale Messtemperatur für Aräometer ohne Thermometer beträgt in der Regel 70°C.
Wie man das Aräometer abliest
Dazu bringt man das Auge dicht unterhalb des Flüssigkeitsspiegels, so dass eine elliptische Grundfläche um den Stengel sichtbar wird. Nach geringem Anheben des Auges wird diese elliptische Grundfläche zu einem Strich. Wo dieser Strich die Skala schneidet, befindet sich die Ablese-Stelle (Ablesung unten).
Die Dichte der Flüssigkeit ist temperaturabhängig. Es ist daher für genaue Messungen erforderlich, die Temperatur zu wissen, um gegebenenfalls eine Korrektur vornehmen zu können. Auch die Oberflächenspannung ist bei genauen Messungen zu berücksichtigen. Ein Aräometer gibt genaue Werte ohne Korrektur in den Flüssigkeiten an, für die es justiert ist. Für bestimmte Flüssigkeiten wird die Justierung so vorgenommen, dass die Ablesung oberhalb des sich am Aräometer-Stengel bildenden Wulstes erfolgen kann. Nur undurchsichtige, bzw. schlecht durchscheinende Flüssigkeiten werden nach dieser Methode gemessen.
Die Bezeichnung "Ablesung oben" bezieht sich nur auf die Ablesung der Aräometer-Skala und bedeutet keinen Hinweis auf die Anbringung eines gewünschten Thermometers etwa oberhalb der Aräometer-Skala.
Weiterführende Informationen zum Thema
Oberflächenspannung
Ein weiterer Einflussfaktor ist die Oberflächenspannung der Flüssigkeit.
Die Justierung erfolgt in der Regel gemäß folgender drei Oberflächenspannungsklassen:
Klasse niedrig (L)
Alle Aräometer des Dichtebereichs 0,600 bis 1,000 g/cm³ (z.B. für organische Flüssigkeiten und alle Arten von Ölen).
Temperatur-Korrektur
Klasse mittel (M)
Alle Alkohol-Aräometer des Dichtebereichs 0,960 bis 1,000 g/cm3 (für Alkohole und wässrige Alkoholmischungen).
Klasse hoch (H)
Alle Aräometer des Dichtebereichs 1,000 bis 2,000 g/cm³ (z.B. für wasserhaltige Flüssigkeiten, wie Säuren, Laugen und Salzlösungen
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